Die Kosten einer Markenanmeldung setzen sich aus amtlichen Gebühren, optionalen Anwaltshonoraren und laufenden Kosten für Überwachung und Verlängerung zusammen. Hier steht jede Position einzeln.
1. Amtsgebühren – die Pflichtkosten
Die Amtsgebühr ist unabhängig davon fällig, ob Sie selbst anmelden oder eine Kanzlei beauftragen. Die Gebühr wird bei Einreichung gezahlt und ist auch dann verloren, wenn das Amt die Marke zurückweist – deshalb ist eine Vorabrecherche die günstigste Versicherung.
- DPMA: 290 € elektronisch (bis 3 Klassen), 300 € auf Papier, +100 € je weitere Klasse
- EUIPO: 850 € (1 Klasse), +50 € für die 2., +150 € je Klasse ab der 3.
- Österreich: 280 € (bis 3 Klassen), +75 € je weitere Klasse
- Schweiz: 550 CHF (bis 3 Klassen), +100 CHF je weitere Klasse
2. Beschleunigte Prüfung
Das DPMA prüft regulär rund sieben bis acht Monate. Gegen einen Aufschlag von 200 € wird innerhalb von sechs Monaten entschieden – sinnvoll bei geplanten Produktlaunches, Finanzierungsrunden oder wenn ein Wettbewerber die gleiche Bezeichnung nutzt.
3. Anwaltskosten – optional, aber kalkulierbar
- Erstberatung: bis 190 € (nach RVG gedeckelt)
- Recherche durch eine Kanzlei: 400–1.200 €
- Anmeldung Deutschland: 500–800 € netto zusätzlich zur Amtsgebühr
- Anmeldung EU: 800–1.500 € netto
Details dazu stehen im Ratgeber Markenanwalt Kosten.
4. Laufende Kosten nach der Eintragung
- Überwachung: ab 25 €/Jahr mit MarkenKlar, bei Kanzleien 300–800 € pro Marke und Jahr
- Verlängerung: 750 € beim DPMA, 850 € beim EUIPO – alle zehn Jahre
- Widerspruch führen: 250 € Amtsgebühr beim DPMA, 320 € beim EUIPO
5. Die teuerste Variante: gar nicht prüfen
Eine Abmahnung wegen Markenverletzung kostet in Deutschland typischerweise 1.500–4.000 € Anwaltskosten, dazu kommen Rückruf, Rebranding, neue Domain und verlorenes Marketingbudget. Gemessen daran sind 290 € Anmeldegebühr und eine kostenlose Vorprüfung der günstigste Teil des gesamten Prozesses.
6. Was kostet es, einen Namen schützen zu lassen – die günstigste Strategie
Für den gesamten DACH-Raum führt der wirtschaftlichste Weg über Unionsmarke plus Schweizer Marke: 850 € beim EUIPO decken alle 27 EU-Staaten inklusive Österreich ab, dazu 550 CHF beim IGE für die Schweiz – zusammen rund 1.400 €. Wer nur in Deutschland vertreibt, kommt mit 290 € aus; wer ausschließlich in Österreich tätig ist, mit 280 €. Drei oder mehr nationale Anmeldungen in der EU sind ab dem dritten Land teurer als die Unionsmarke.
Nicht in dieser Rechnung enthalten sind die Folgekosten, die erst nach der Eintragung auftreten: Verlängerung alle zehn Jahre, laufende Beobachtung neuer Anmeldungen und – im Streitfall – das Widerspruchsverfahren. Der Ablauf einer Anmeldung steht unter Marke schützen lassen, das deutsche Verfahren im Detail unter Markenanmeldung DPMA.